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Neulich geriet ich in irgendeine deutsche Talkshow. In der so nebenbei das Gespräch auf den Plastikmüll im Meer kam, auf die Bilder von den schwimmenden Müllinseln und dass wir da alle was tun müssen. Ist ja bei uns nicht anders: Auch bei uns laufen die Bilder mit den schwimmenden Plastikmüllinseln. Verbote werden ausgesprochen, gegen die Plastiksackerln, gegen die bösen Wattestäbchen …

 

Mein mich überfallender Gedanke dazu:

Wir hier bei uns trennen ja den Plastikmüll (mehr oder minder brav). Nun habe ich keine Ahnung, wie dieser entsorgt wird, aber ich nehme nicht an, dass die ARA (oder wer auch immer dafür zuständig ist) unseren gesammelten Plastikmüll ins Meer schmeißt (oder schmeißen lässt)! Denn das wäre dann wirklich ein Riesenskandal! Es ist also gar nicht UNSER Plastikmüll, der da im Meer schwimmt, der auf den ganzen Bildern zu sehen ist. Sprich: Verbote bei UNS bringen dem Meer ganz genau GAR NICHTS!

 

Wursttheken-Messiase

Aber irgendwie wird uns das Gefühl vermittelt, dass genau MEIN Plastiksackerl da landet. An der Wursttheke trifft einen schon mal dieser moralisch überlegene Blick von manchen „Selber-den-Wurstbehälter-Mitbringern“, die natürlich ohne jegliche Selbstgefälligkeit so ganz nebenbei ihr umweltrettendes Handeln preisen. Mir wurscht! Ich nehm‘ weiter das - noch - angebotene Plastiksackerl, um meine Feinkostwaren einpacken zu lassen. In dem Sackerl friere ich dann z.B. Brot ein oder nehme es als Auffangbehälter für anderen Kleinverpackungen, den ich im „Vollfalle“ dann im gelben Sack entsorge.

 

„Entsorg“ like an Egyptian

Wie es der Zufall so will (bzw. weil man eben darauf grad sensibilisiert ist), sah ich 2 Tage später eine Doku über den Plastikmüll im Mittelmeer. Da kam auch zur Sprache, wer der Hauptverursacher dieser schwimmenden Müllinseln ist: Es ist … Ägypten. Die kennen keine Mülltrennung, die Müllentsorgung funktioniert nicht, deshalb landet das Meiste im Meer. Die Einheimischen dort baden am Strand wirklich im schwimmenden Plastikmüll, die kennen das nicht anders. Nur an den Touristenstränden wird saubergemacht, die schöne heile Welt präsentiert.

 

Fazit

Dass der Verpackungsmüll reduziert gehört, ist ja unbestritten. Dass man uns aber unterschwellig glauben macht, dass das quasi UNSER Plastikmüll ist, der da auf den ganzen Schockbildern herumschwimmt, dass da WIR dran schuld sind – da fühle ich mich doch etwas verarscht. Und manipuliert.

 

Song-Tipp

… für die Musikfreunde unter meinen Lesern: Den passenden Song zum Thema liefern die 80er:
The Buggles“ mit „The Plastic Age
Genialer Song. Habe ich damals abgefeiert und tue es heute noch.

 

P.S.: Interessant: In der Sendung „Einfach genial“ war grad die Rede davon, dass man nicht wiederverwertbaren Plastikmüll inzwischen schon in Treibstoff umwandeln kann. Und dass nun jemand auch eine mobile Anlage dafür erfunden hat (Prototyp), mit der man künftig bis zu eine Tonne Plastikmüll pro Tag in eine Art Öl umwandeln können soll, dass wiederum zu Treibstoff verarbeitet werden kann. Gedacht für entlegenere Gebiete, in denen viel Plastikmüll anfällt, die aber auch viel Treibstoff brauchen, wie eben z.B. in Ägypten.

Allerdings machen die doch tatsächlich – Gott sei bei uns – eine Art Diesel draus! Diesel!! Den Teufel mit dem Belzebub austreiben, Pest oder Cholera, so höre ich sie schon schreien, die Greta-Jünger …
Schönes Wochenende!

 

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