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Während eines Fußballspiels im englischen Burnley flog vorgestern ein Flugzeug mit dem Banner „White lives matter Burnley!“ über das Stadion! Die einhellige Meinung – ein Rassismus-Skandal!


Ich hatte das Bild des Banners gestern gesehen und mir gedacht: „Und wo genau ist da jetzt der Rassismus?“ Man kann die Aktion unsensibel nennen, weil gerade davor die Spieler für „Black lives matter“ protestiert hatten. Aber dass die Aussage rassistisch ist?


In den heute-Nachrichten im ZDF von 19 Uhr gestern wurde im Beitrag das Banner mit „NUR weiße Leben zählen“ übersetzt. Nur steht das „Nur“ nicht auf dem Plakat. Wenn dem so wäre, wenn auch „only“ auf dem Banner gestanden hätte, dann wäre das natürlich rassistisch. Aber es stand eben NICHT darauf, wurde „nur“ hineininterpretiert, damit es besser zum Skandal passt bzw. dadurch wird ja erst ein Skandal daraus. Durch das eigene Hineininterpretieren von etwas, was gar nicht da ist.


Ich weiß nicht, wer das Banner veranlasst hat und aus welchen Motiven. Aber es würde mich nicht überraschen, wenn dieser Jemand die ganzen Reaktionen vorausgesehen hat und die Scheinheiligkeit und auch Verlogenheit (siehe ZDF-Beitrag) unserer Gesellschaft aufzeigen wollte. Und selbst, wenn das Banner rassistisch motiviert gewesen sein sollte, hat es das aufgezeigt.


Pep Guardiola, der Trainer von Manchester City, dem Gegner von Burnley in diesem Spiel, hat laut Zeitungen gesagt: „Alle Menschen sind wichtig, alle Menschen sind gleich.“ Im Prinzip natürlich richtig. Aber er erkennt scheinbar den eigenen Widerspruch in dieser Sache nicht. „Black lives matter“ ist in Ordnung, dafür wurde ja zu Spielbeginn solidarisch demonstriert. „White lives matter“ hingegen ist nicht in Ordnung, ist rassistisch?


Das ähnliche Prinzip kann man ja auch beim Feminismus beobachten. Wenn eine Feministin in den Medien „Männer-Bashing“ betreibt, also Männer beschimpft, regt sich niemand wirklich darüber auf. Wenn man aber die gleiche Aussage nehmen würde, jedoch das Wort „Männer“ durch das Wort „Frauen“ ersetzen würde und ein Mann dann diese gleiche Aussage machen würde, dann wäre mit Sicherheit der Teufel los! Die Sexismus-Keule würde gnadenlos auf den Verbrecher niederprasseln, ein Shitstorm würde losbrechen, sein Ruf wäre zerstört und seine berufliche Existenz in Gefahr.


Vielleicht war die Botschaft ja auch Kritik daran, dass derzeit (öffentlich) scheinbar nur mehr schwarze Leben „von Bedeutung“ (so übersetze ich „matter“) sein sollen. Wenn nämlich Menschen gemeint haben „All lives matter“, wurden diese dafür auch kritisiert. Nur konnte man es natürlich in diesem Fall nicht Rassismus nennen. Vielleicht war die Botschaft dahinter ja nicht "Only white lives matter", sondern "White lives matter too"? Ich weiß es nicht. Genau so wenig, wie wohl auch alle jene "Journalisten", die reflexartig den Rassismus-Skandal beschworen.


Ich kann dazu nur sagen:
Black lives matter – JA, so ist es!
White lives matter – JA, so ist es!
All lives matter – JA, so ist es!


Dieser „Rassismus-Eklat“ (White lives matter) zeigt in meinen Augen nur, wie durchgehend wir schon manipuliert sind. Wie wir immer mehr alles nachplappern, ohne selber zu denken. Nicht wahr, Pep?

 

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