logo blog„Amadeus Austria Music Awards“ lautet die offizielle Bezeichnung des österreichischen Musikpreises. Und wie es sich für einen zünftigen Musikpreis gehört, hat nun auch der Amadeus im Vorfeld seinen Skandal bzw. ein Skandälchen. Ungewollt darin involviert unser aller Volks-Rock-´n-Roller Andreas Gabalier ...


Eines vorweg: Ich bin weiß Gott - bzw. Gott weiß es! – KEIN Fan von Andreas Gabalier (AG) nicht. (Die doppelte Verneinung soll nicht aufhebend sondern im Gegenteil verstärkend wirken!)


Was ist also passiert: AG wurde – neben einigen anderen – zusammen mit der Sängerin Anja Plaschg alias "Soap&Skin" (S&K) für das „Album des Jahres“ nominiert. Nun könnte man sich als Künstler über eine solche Nominierung natürlich freuen, nicht so jedoch S&K, diese kündigte an, die Veranstaltung um 25. April zu boykottieren. Die Begründung: „Mich in derselben Kategorie sowie in derselben Veranstaltung mit einem Möchtegern-Magnat zu wissen, der sein reaktionäres, nationalistisches, chauvinistisches und sexistisches Lebenskonzept zu kommerzialisieren weiß und hier Anklang findet, entsetzt mich derart, dass ich an der Veranstaltung nicht teilnehmen werde.“


Definitionen lt. Duden:
Magnat
= Inhaber (branchenbeherrschender) wirtschaftlicher Macht.
reaktionär = an nicht mehr zeitgemäßen (politischen) Verhältnissen festhaltend
nationalistisch = (meist abwertend) übersteigertes Nationalbewusstsein; Synonyme: heimatliebend, vaterlandsliebend, vaterländisch (abwertend), chauvinistisch, (oft abwertend) patriotisch
chauvinistisch = mehrere Bedeutungen, hier vermutlich gemeint: auf übertriebenem Selbstwertgefühl beruhende Grundhaltung von Männern, die bewirkt, dass Frauen geringer geachtet werden, gesellschaftliche Nachteile erleiden
sexistisch / Sexismus: Vorstellung, nach der ein Geschlecht dem anderen von Natur aus überlegen sei, und die (daher für gerechtfertigt gehaltene) Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteiligung von Menschen, besonders von Frauen, aufgrund ihres Geschlechts


Bewertung
Inwiefern es als Argument taugt, AGs wirtschaftlichen Erfolg zu neiden („Möchtegern-Magnat“), lass ich mal dahingestellt. Ich kenne AG nicht persönlich, aber das Bild, dass ich von ihm über die Medien bekomme, zeigt ihn mir als eher konservativen, traditionsbewussten und wohl auch heimatverbundenen Menschen. Der Sexismusvorwurf spielt wohl auf den Vorfall aus dem Jahr 2014 an, als er in Spielberg beim Formel-1-Grand-Prix die Bundeshymne in alter Version sang (ohne die Töchter) und bis heute dazu steht und dass er der Gender-Bewegung skeptisch gegenübersteht, was ich übrigens mit ihm gemeinsam habe.


Die Bundeshymnen-Affäre
… war natürlich ein großer Aufreger. Ich habe ihn damals für seinen Mut bewundert, das durchzuziehen, bin ich doch ebenfalls gegen die neue Textierung. Warum? Weil ich es als Schreiber und Autor nicht richtig finde, dass Werke im Nachhinein angepasst werden, wie es halt politisch gerade genehm ist. Frauen und Töchter können sehr gerne in der Bundeshymne genannt werden, dann aber bitte in einem komplett neuen Text.


Fazit 1
In einer demokratischen Gesellschaft sollte es zumutbar sein, andersartige Meinungen auszuhalten (zumindest solange sie sich im rechtsstaatlichen Bereich befinden, was ja bei AG zweifelsfrei der Fall ist). Zumindest sollte es möglich sein, sich bei der gleichen Veranstaltung aufzuhalten. Man muss ja nicht miteinander Bruderschaft trinken, es geht einfach um den Grundrespekt anderen Menschen gegenüber. Man könnte diese zur Schau gestellte moralische Überlegenheit von S&K auch als abgehoben bezeichnen oder auch einfach als Kindergartenniveau.

Doch das griffe zu wenig. Es ist leider eine Methode des neuen Feminismus („Gender-Feminismus“), dass kritische Stimmen reflexartig bekämpft, verunglimpft, geshitstormt und ausgegrenzt werden, dass Kommunikation mit ihnen verweigert wird, dass die politisch Korrekten, die Social Justice Warriors (SJW), auch Arbeitgeber bzw. Veranstalter unter Druck setzen, damit Kritiker ihre Jobs verlieren bzw. keine bekommen. Kritiker unserer (richtigen) Ideologie müssen bestraft werden! Sowas finde ich demokratiepolitisch sehr bedenklich und was S&K hier macht, geht für mich in diese Richtung.


Fazit 2
Den AG wird das nicht weiter jucken, dazu ist er schon viel zu viel „Magnat“, schon zu gefestigt. Seine Fans werden ihn genauso feiern, wie die Gefolgschaft von S&K eben auch sie für ihre Tat feiern wird. Und auch der Amadeus wird sich deswegen nicht auflösen und ob wegen der Nominierung von AG einige andere ihre Amadeusse zurückgeben oder nicht annehmen – wir werden es sehen. Ich glaube aber nicht wirklich daran.


Musikproben
Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und auf Amazon in das Album von S&K reingehört (was ich ohne „Skandal“ wohl nicht getan hätte). Und was ich da hörte, war wirklich interessant. Ihre Musik ist mir um vieles näher als jene von AG. Aber … ob sie überhaupt wollte, dass jemand wie ich, der ihre Aktion kritisiert, ihre Musik käufte?


Epilog:
Gender-Feminismus: „Du bist also auch gegen mich, und damit ein reaktionäres, chauvinistisches, sexistisches Arschloch!“
ICH: „Nein, ich bin nicht GEGEN dich, ich bin einfach nur FÜR Vernunft und Rechtsstaatlichkeit.“
Gender-Feminismus: „Eben, ein reaktionäres, chauvinistisches, sexistisches Arschloch!“

 

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