iPhone 11 – neues Spiel, neues Glück?
Gestern, am 10.9.2019, hat Apple seine neuen iPhones präsentiert. Das Handygeschäft von Apple lief im letzten Jahr nicht so besonders. Weil: zu teuer! Apple hat die Leidensfähigkeit sowie Bezahlwilligkeit seiner Kunden wohl überschätzt, *) siehe Recherche am Ende. Dass das mit Abstand meistgekaufte iPhone des letzten Jahres das „Billig-iPhone“ XR war, dass „nur“ 849,00 Euro kostete, ist wohl Beleg dafür.
„Höchste Eisenbahn“ Preisstopp
Ein weiteres Indiz für diese These sind die heurigen Preise: Obwohl deutlich besser ausgestattet (Chip, Display, Akku, Kamera!) blieben die Preise für das „normale“ iPhone (nun “iPhone 11 Pro“ genannt) und für das größere „iPhone 11 Pro Max“ unverändert. Der Preis für das „Billig-iPhone“, namentlich nun das „iPhone 11“, wurde sogar um 50,00 Euro auf 799,00 gesenkt!
Die „Pro-Preise“ je nach Speichergröße:
64 GB: 1.149,00 (Pro) bzw. 1.249,00 (Pro Max)
256 GB: 1.319,00 bzw. 1.419,00
512 GB: 1.549,00 bzw. 1.649,00
Trotz Anhaltens der Preis-Spirale: Schnäppchen-Preise sehen auch 2019 irgendwie anders aus …
Samsungs Preisverschleierung
Geschickt verschleiert hat Samsung die Preiserhöhung für das kürzlich vorgestellte „Galaxy Note 10“. Das „Note 9“ kam letztes Jahr um 999,00 Euro auf den Markt. In diesem Jahr gab es erstmals zwei (!) Note-Geräte. Ein kleineres, etwas abgespecktes „Note 10“ um 949,00 und das größere und bessere „Note 10+“ um 1,099,00. Da nicht das „Note 10“, sondern das „Note 10+“ der eigentliche Nachfolger des „Note 9“ ist, wurde der Preis also um satte 100,00 Euro erhöht. Aber immerhin gibt's 128 GB Mindestspeicher, liebe iPhone-Speicher-Knauserlinge!
Preis-Irrsinn
Für ein Handy über 1.000,00 Euro zu bezahlen ist für mich Irrsinn! Denn dafür könnte ich mir auch einen Laptop, ein günstiges, aber trotzdem gutes Smartphone UND eine gute Kamera mit ausreichend optischen Zoom kaufen. Bei Samsung (=Android-Handy) fällt der Preis zumindest relativ schnell, bereits nach ein paar Monaten gibt es die Geräte um ein paar Hunderter billiger, bei Apple bleibt der Preis jedoch stabil hoch. Dumm für die neuen Pro-Geräte. Denn selbst eingefleischte Apple-Jünger lassen sich immer weniger verarschen, sind nicht mehr bereit, überhöhte Preise zu bezahlen, die inzwischen durch nichts mehr zu rechtfertigen sind. So wird wohl auch dieses Jahr das „günstige“ iPhone 11 der Apple-Renner sein, der teure Rest hingegen …
Kommende Smartphone-Highlights
Bin neugierig, wie Huawei das neue „Mate 30 Pro“ (Vorstellung am 19.9.) bepreisen wird. Und was Google für das „Pixel 4“ und „Pixel 4 XL“ bei der Vorstellung Anfang Oktober aufrufen will. Es bleibt spannend im Handypreis-Dschungel!
*) P.S: iPhone-Preis-Recherche
Im Jahr 2017 wurden die iPhones 8 und 8+ vorgestellt. Noch im alten Design, mit dickeren Rändern. Kostenpunkt für die 64 GB-Variante waren 799,00 (8er) bzw. 909,00 (8+). Dazu gab es noch als eine Art Sonder-Edition das „Jubiläums-iPhone“ für 10 Jahre iPhone, das „iPhone X“ (wobei das „X“ die römische Zahl 10 darstellen soll, also das „iPhone 10“). Der sehr stolze Preis für das erstmals bei Apple randlose Design mit Notch war ab 1.149,00 Euro aufwärts!
Im Jahr 2018 gab es dann bei fast allen Handy-Herstellern nur mehr das mehr oder minder randlose Design. So auch bei Apple. Geschickt nannten sie die 2018er-iPhones nicht „iPhone 9“ sondern „“iPhone XS“ und „iPhone XS Max“. Und verlangten dafür den gleichen Preis wie im Vorjahr für die Sonder-Edition, nämlich 1.149,00 Euro. Somit betrug die Preissteigerung für das normale iPhone in einem Jahr satte 350,00 (!) Euro, von 799,00 auf eben 1.149,00 und beim Max immerhin noch 340,00 Euro! Das war vielen einfach zu viel. Kein Wunder also, dass Kunden, die ein neues iPhone wollten, häufiger auf das leistbarere „iPhone XR“ gesetzt haben, welches zwar etwas abgespeckt, aber völlig ausreichend war.
P.S.2 - Worterklärungt: mein scheint‘s neues Lieblingswort „abgespeckt“ bedeutet so viel wie „schlechter ausgestattet“.