Neulich erzählte ich in einer launigen Runde, dass ich mich auf die neue Staffel von „The Voice of Germany“ (TVoG) freue. Worauf mich jemand fragte, ob ich mir wirklich diesen Quatsch anschaue. Was mich zum Nachdenken animierte, warum mir diese Sendung so gefällt.
Liebe ist
Die Antwort war gleich gefunden: Ich liebe es, mich mit den Kandidaten mitzufreuen!! Ich liebe es, den talentierten, meist jungen Menschen bei der Ausübung ihres Talentes zuzusehen. Ich liebe es, mit ihnen mitzufiebern, ob sich ein Coach umdreht. Und wenn sich mehrere gedreht haben, den „Kampf der Coaches“ um das Talent mitzuverfolgen. Und ich finde es wunderbar, dass die Leistung der Talente im Vordergrund steht und nicht ihre persönlichen Geschichten. In anderen Formaten (DSDS) werden vor allem tragische Hintergründe ganz anders ausgeschlachtet. Ich liebe es, dass die Kandidaten mit Respekt behandelt werden. Keine dummen abwertenden Sprüche à la Dieter Bohlen, keine „Leider-nein“-Clips, in den Kandidaten bloßgestellt werden. Und ich liebe auch das Flachsen zwischen den Coaches, die sich alle zumindest nach außen hin gut verstehen. Und ich glaube, dass das auch im Innenverhältnis so war.
Sido???
Zumindest bisher. Denn jetzt kommt mein Wermutstropfen. Es gibt neue Coaches. Neben Dauerbrenner Mark Forster und Rückkehrer Rae Garvey kommen zwei neue Gesichter zum Einsatz. Zum einen eine junge Dame, Alice Merton, von der ich noch nie was gehört habe und … der deutsche Rapper Sido! Den kenne ich noch als Juror von diversen Casting-Shows in Österreich. Dort machte er mit seinen Aussagen und Handlungen keine wirklich gute Figur. Negativer Höhepunkt war eine „Rangelei“ mit Ex-Ö3-Star Dominic Heinzl, dessen „körperlicher Niedergang“ von der ORF-Kamera leider nur per Ton eingefangen wurde. Schwer vorstellbar, dass mit so jemand die bisher gute Stimmung zwischen den Coaches in dieser Form aufrechterhalten werden kann.
Aber hey, vielleicht täusche ich mich ja auch. Sido ist inzwischen älter und vielleicht auch reifer geworden. Vielleicht ist er ja ein ganz anderer Mensch geworden, mit einer guten Ausstrahlung, mit guten Vibes, vom Ego-Selbstdarsteller zum Teamplayer mutiert. Allein, mir fehlt ein klein wenig der Glaube. Aber lassen wir uns überraschen, wie es denn werden wird.