Am Wochenende kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch, der meinte, ich solle doch mal was über den Frank (gesprochen: Fräänk) Stronach schreiben. Weil dieser oft belächelt wird, weil er sich manchmal ungeschickt ausdrückt oder mal einen Namen falsch sagt. Aber eigentlich habe er viel zu sagen. Man merkte, der junge Mann war dem Frank zugetan. Und da ich schon davor mit dem Gedanken gespielt hatte, etwas über den Frank zu schreiben … so werde ich seinem Wunsch gerne nachkommen, bin mir allerdings nicht sicher, ob der junge Mann mit meinen Ausführungen ganz zufrieden sein wird.


Was macht ein Milliardär (in Zeiten wie diesen), wenn ihm irgendwie fad wird? Er kauft sich einen Fußballclub. Besonders oft zu sehen in England, aber eben auch in Österreich. So wurde Frank Stronach Gönner von Austria Wien. Und wenn der Erfolg (und vor allem die Anerkennung!) in Relation zu den eingesetzten Mittel nur mäßig ist? Dann wendet man sich einem anderen Verein zu (Wiener Neustadt). Und wenn der Erfolg dann da noch mäßiger ist? Dann gründet man halt eine Partei.


Oder besser gesagt, man „kauft“ sich eine zusammen. Wie auch immer, jedenfalls konnte Stronach bisher 6 Parlamentsmandatare (vornehmlich vom BZÖ) von seinem „Programm“ überzeugen (auch wenn es sowas wie ein Programm noch nicht wirklich gibt). Was aber auch Vorteile hat, so kann der Frank seine Argumente ziemlich breit streuen.


So spricht er sich gegen höhere Staatsschulden aus und gegen höhere Steuern, möchte eine Verwaltungsreform machen, möchte Gesetzestexte vereinfachen, ist gegen den Euro in seiner jetzigen Form, ist gegen …


Das Gute daran (für ihn), er wird nie in die Verlegenheit kommen, sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie er das dann wirklich finanzieren bzw. umsetzen könnte. Kann seiner Fantasie quasi freien Lauf lassen.


Was Stronachs „Wahl-Versprecher“ wert sind? Blicken wir zurück auf seine Wahl zum Präsidenten der Österreichischen Fußball-Liga (1999). Dort meinte er, dass Österreich im Jahre 2010 (!) Fußballweltmeister (!!) werden würde. Auf Grund der ganzen Reformen, die unter seiner Führung stattfinden würden. Das Ergebnis sollte bekannt sein, wir waren weit davon entfernt, uns überhaupt für das Turnier zu qualifizieren.


Was mir Frank Stronach jedoch besonders „sympathisch“ macht, aber als Politiker vielleicht etwas schwierig zu leben sein könnte, ist sein Motto: „Wer das Gold hat, der macht die Regeln.“ (Warum bloß fällt mir jetzt der Silvio Berlusconi ein? Egal). Stronach lebt das auch offen vor, wie er in seiner Zeit bei Austria Wien gezeigt hat. Oder beim schon legendären „Interview“ in der ZIB2 (Youtube-Link), der seinen Führungsstil erahnen ließ: Nur was ER sagt, das zählt. ER bestimmt, wie alles läuft.


Aber, wenn es stimmt, was die Analysten sagen, dass er vor allem der Strache-FPÖ Wählerstimmen wegnehmen könnte, dann … ja dann … soll mir seine Kandidatur recht sein, will ich nichts Schlechtes gesagt haben. Der Zweck heiligt die Mittel. Go Frank, Go! You can it!


P.S.: Frank Stronach hat in seinem Leben unbestritten Großes erreicht. Aber wenn jemand glaubt, nur er weiß, wie der Hase läuft und er sich mit Geld seine eigenen Regeln machen kann bzw. alles machen (kaufen) kann, was er will, …


Andererseits geben ihm die „Erwerbungen“ seiner neuen Gefolgsleute ja recht (was diese wiederum auch in Zukunft (im Eigeninteresse) tunlichst tun sollten – ihm recht geben).

 

Übersicht / Startseite