Der Zwiderwurz aus
unserer Dorfzeitung
HitteHatte Nr. 253
"Juli 2019"
Lauter!!
Es war für mich wieder ein schönes Gassenfest. Viele nette Gespräche mit alten Bekannten, die man sonst nicht jeden Tag sieht. Wahlweise unterhielt ich mich oder lauschte der tollen jazzigen Musik beim neuen Kindergarten. Diese Wahl wurde erschwert, als dann die Folgeband spielte. Die spielte zwar ebenfalls top, aber gefühlt doppelt so laut! Nun musste man brüllen, um sich zu verstehen. Mach den Test: Geh jetzt zu deinem Gegenüber und brülle ihm was ins Ohr. Er/Sie wird fragen, ob du noch alle Tassen im Schrank hast. Aber genau das machen wir den ganzen (!) Abend, sobald die Hauptbands spielen.
Die Bands sagen, sie blieben besser in Erinnerung, wenn sie lauter sind (und müssten zudem die Nachbarn übertönen). Aber: Ich gehe ja nicht auf ein Konzert einer Band, ich gehe auf ein Fest und möchte mich unterhalten (können).
Lösungsansatz: Bei allen Anlagen Lautstärke-Begrenzer einbauen, damit alle gleich laut (leise) sind. Oder eben nach Hause gehen, wenn Gehör und Stimmbänder nicht mehr wollen. Die Jungen stört es weniger, sich zudröhnen zu lassen. Haben sich vielleicht auch weniger zu sagen.
So erklärt sich auch das Paradoxon: „Je später der Abend, desto jünger die Gäste.“ Weil sie einfach lärmresistenter sind!
Natürlich gäbe es bei leiserer Musik dann einige, die immer wieder „Lauter!“ schreien würden. Das ist wie mit dem „Gendern“, dem Verwenden der „geschlechtergerechten Sprache“. Ein kleine, aber laute, zudem in den Medien gut vernetzte Minderheit fordert das, und die große Mehrheit, die das eigentlich gar nicht will, muss dann darunter leiden.
Man darf diesen lauten Schreiern einfach kein Gehör schenken! Dann wird zwar nicht alles gut, aber doch vieles!
*) XL-Version: Zur Kennzeichnung ist der zusätzlich eingefügte Text - im Vergleich zur Zeitungsausgabe - kursiv dargestellt!